Warum in die Ferne schweifen …? – Ja, das Sprichwort ist abgedroschen, aber es steckt eine Menge Wahrheit darin. Äpfel werden um die halbe Welt geflogen, obwohl überall in Deutschland, vom Bodensee bis zum Alten Land, die herrlichsten Früchte reifen. Mangos werden tausende von Kilometern transportiert, dabei schmecken die selbst gepflückten Erdbeeren von der Plantage wenige hundert Meter von der eigenen Haustür entfernt, mindestens genauso süß.

Wir kaufen Marmelade, Joghurts und Käse, von deren Etiketten wir die Hälfte der Inhaltsstoffe nicht einmal aussprechen können, anstatt ein paar Euro mehr für das Produkt eines regionalen Anbieters zu bezahlen, in dem nur das drinsteckt, was auch wirklich drinstecken muss.

Liegt das in unserer Faulheit begründet, unserem Geiz – oder schlicht darin, dass die wenigsten (Stadt)Menschen wissen, wo sie hochwertige regionale Lebensmittel und Produkte bekommen und was sie damit Leckeres zubereiten können?

Bei ersteren beiden kann ehrliches essen auch nicht helfen, bei letzterem schon. Egal, wo ich bin – ob unterwegs in meiner Heimatstadt Hamburg, irgendwo in Deutschland oder der Welt – überall suche und finde ich kleine regionale Anbieter heimischer Produkte. Regionale Lebensmittel, die es wert sind zumindest probiert zu werden und Rezepte, die die Tiefkühlpizza ganz schnell von der Einkaufsliste verschwinden lassen dürften.

Bekehren oder missionieren kann und will ich niemanden. Was ich will und wofür ich meine ganze Leidenschaft in ehrliches essen stecke ist, ein wenig zum Nachdenken zu bewegen, was wir in uns hineinstopfen. Und wenn auch nur ein Leser dieser Seiten beim nächsten Einkauf nicht zum Fertiggericht greift oder beim Wochenendausflug der kleinen Käserei, an der er sonst immer vorbeigefahren ist, einen Besuch abstattet, ist diese Leidenschaft gut investiert.