Durch das Transatlantische Handelsabkommen TTIP könnte der Schutz regionaler Produkte aufgeweicht werden. Zwar will die EU-Kommission bei den Verhandlungen dafür kämpfen, dass dies nicht passiert. Doch alle Spezialitäten werde man nicht schützen können, so ein Sprecher der Behörde in Brüssel.

Was sind regionale Produkte?

Doch was heißt „regional“ überhaupt im Bezug auf Lebensmittel und Nahrungsprodukte? Es gibt Markennamen, die die jeweiligen Regionen oder Städte beinhalten, es gibt EU-Siegel beispielsweise Kölsch oder Aachener Printen und Qualitätszeichen der Bundesländer. Auch verschiedene Regionalinitiativen kennzeichnen Lebensmitteln mit eigenen Siegeln.

Dass Hersteller Herkunftsangaben als Marke eintragen und schützen lassen können, erlaubt das Markengesetz (MarkenG, § 126 ff). Solche Lebensmittel können zwar besondere Eigenschaften oder Qualitäten bieten, die der Anbieter garantiert, doch dass Rohstoffe und Zutaten ebenfalls aus der Region kommen müssen – dafür bürgt weder der Hersteller, noch ist es in den Vorschriften festgelegt.

So kann Fleisch für Nürnberger Rostbratwürste aus Belgien kommen oder die Beeren von Mühlhauser-Konfitüre aus Mönchengladbach. Bei den regionalen Herkunftszeichen der Bundesländer sind die Kriterien  je nach Bundesland unterschiedlich. Das Gütezeichen „Geprüfte Qualität-Thüringen“ verlangt zum Beispiel unverarbeitete Lebensmittel (Fleisch, Kartoffeln), die zu 100 Prozent aus Thüringen stammen, bei verarbeiteten Lebensmitteln genügen 50,1 Prozent. Sprich: Die Rezeptur ist definiert, die Herkunft der Zutaten nicht. Das gilt auch für Fertigprodukte wie Brot oder Wurst.

Generell gilt:

➜ Bei Monoprodukten (z. B. Gemüse, Obst) müssen 100 Prozent aus der betreffenden Region stammen.

➜ Bei zusammengesetzten Lebensmitteln müssen die Hauptzutat und die sogenannte(n) wertgebende(n) Zutat(en) aus der jeweiligen Region stammen, das heißt, es müssen mindestens 51 Prozent des Produktgewichts regionaler Herkunft sein.

➜ Bei Fleisch und Fleischprodukten müssen die Tiere werden nicht ihr gesamtes Leben in der Region verbringen, sondern nur die Mast, also der letzte Abschnitt muss dort stattfinden.

So viel würde sich also gar nicht ändern, wenn der Schutz regionaler Produkte ins Wanken geraten würde. Wichtig und auch vorgeschrieben, ist eine bestimmte Rezeptur und Herstellungsweise bei Produkten, die einen bestimmten Namen tragen – und wird es hoffentlich auch bleiben. Woher die Zutaten stammen, ist bereits heute nicht aus dem „Regionalnamen“ nachzuvollziehen.